Der Abschied von Liebenden.
Der Übergang ins Licht.
Der Empfang in Gottes Armen.
Bauen Sie auf Musik mit Herz!

Gedichte, Reime, Geschichten, Impulse

Abschied

Wie hab ich das gefühlt, was Abschied heißt.
Wie weiß ich’s noch: ein dunkles unverwundnes
Grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
Noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
Das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
Zurückblieb, so als wären’s alle Frauen
Und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
Ein leise Weiterwinkendes -, schon kaum
Erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
Von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

Schon kehrt der Saft aus jener Allgemeinheit,
Die dunkel in den Wurzeln sich erneut,
Zurück ans Licht und speist die grüne Reinheit,
Die unter Rinden noch die Winde scheut.

Die Innenseite der Natur belebt sich,
Verheimlichend ein neues Freuet euch;
Und eines ganzen Jahres Jugend hebt sich,
Unkenntlich noch, ins starrende Gesträuch.

Des alten Nussbaums rühmliche Gestaltung
Füllt sich mit Zukunft, außen grau und kühl;
Doch junges Buschwerk zittert vor Verhaltung
Unter der kleinen Vögel Vorgefühl.
(Rainer Maria Rilke)

 

Trauer über eine verstorbenes Kind

Es ist zum Schreien ,zum Klagen, zum Weinen:  
Da wird ein Kind gewollt, erwartet und geboren
und muss schon wieder sterben. 
Das ist nicht zu glauben, nicht zu begreifen,
nicht zu verstehen und nicht zu akzeptieren.  
Warum, warum, warum nur?  
Alle Antwortversuche, Trostansätze und Ratschläge
werden für die Betroffenen zum Hohn.  
Bitte seid still, haltet euch zurück,
lasst alles Gerede und alle Vertröstungen,
verzichtet auf schöne Worte und fromme Sprüche,
hört auf, irgendetwas zu erklären,
gebt lieber allen Gefühlen freien Lauf
und gebt so dem Leben selber eine Chance.
(Franz Schmatz)

 

Weinen

Ich will dir sagen, was dir hilft:
Weinen, weil du verlassen bist,
denn du bist es.
Weil dir kalt ist.
Es ist wirklich kalt.
Weil dir das Weh das Herz zusammenzieht…
Du hast verloren, was dir wichtig war
Und was dich glücklich gemacht hat.
Und vor allem:
Du hast auch dich verloren!   
(Jörg Zink)

 

Nichts war umsonst

Wenn wir einmal gehen müssen – was bleibt?
Ist es die Liebe,
die wir in andere Herzen gelegt haben;
ist es die Hoffnung,
die wir anderen Menschen geschenkt haben;
ist es der Glaube,
der uns auf ein Wiedersehen hoffen lässt;
ist es der Trost,
den wir verbreitet haben;
ist es der Gedanke an unsere Arme,
die uns beschützt haben;
sind es die schönen Worte,
die wir gesprochen haben?
Das alles bleibt – nichts war umsonst.
(Hildegard Peresson)

 

Sein Blick ist vom Vorübergeh´n der Stäbe
So müd geworden, dass er nichts mehr hält;
ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal zieht der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf, dann geht ein Bild hinein;
geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.
(Rainer Maria Rilke)

 

Lasst uns Gehende bleiben.
Wir sind nicht ganz zu Hause auf dieser Welt.
Wenn wir pilgern, sind wir nicht wir.
Er geht mit. Er ist dabei.

Wir sind unterwegs mit dir, Gott.
Durch Dunkel und Nässe,
durch Nebel und oft ohne Weg
und nicht selten ohne Ziel.

Wir sind Wanderer.
Wir sind Gehende.
Wir sind noch nicht ganz angekommen.

So wandert Gott mit uns
und lehrt uns das Gehen –
und das Suchen…
(Dorothee Sölle)

 

Tod
Komm nun, höchstes Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit,
Tod, leg nieder beschwerliche Ketten und Mauern
unseres vergänglichen Leibes und unsrer verblendeten Seele,
dass wir endlich erblicken, was hier uns zu sehen missgönnt ist.
Freiheit, dich suchten wir lange in Zucht und in Tat und in Leiden.
Sterbend erkennen wir nun im Angesicht Gottes dich selbst.
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Wunderbare Verwandlung 
Die starken, tätigen Hände sind dir gebunden.
Ohnmächtig, einsam siehst du das Ende deiner Tat.
Doch atmest du auf und legst das Rechte still und getrost
in stärkere Hand und gibst dich zufrieden.
Nur einen Augenblick berührtest du selig die Freiheit,
dann übergabst du sie Gott, damit er sie herrlich vollende.
(Dieterich Bonhoeffer)

 

“Hast du Angst vor dem Tod?” fragte der kleine Prinz die Rose.
Darauf antwortete sie: “Aber nein. Ich habe doch gelebt,
ich habe geblüht und meine Kräfte einesetzt, so viel ich konnte.
Und Liebe, tausendfach verschenkt,
kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben.
So will ich warten auf das neue Leben
und ohne Angst und Verzagen verblühen.”
(Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz)

 

Im Land der Trauer
Im Land der Trauer will die Nacht nicht mehr aufwachen.
Mond und Sterne haben längst ihr Leuchten eingestellt.
Selbst die Schatten gingen in der Finsternis verloren.
Schwarze Gräser säumen unseren Weg, den wir nicht sehen.
Doch jede Hand, die man uns entgegenstreckt,
verwandelt sich in Licht.
(Renate Salzbrenner)

 

 

 

Abschied:
– von deinem Körper, durch den du bei mir warst
– von deinem Gesicht, das mir so vertraut war
– von deinem Lächeln, das mir so viel Freude schenkte
– von deinem Mund, der mir so viel Gutes zugesprach
– von deinen Händen, die mir Halt und Kraft gaben
– von deinen Armen, in denen ich so geborgen war
– von deinem Herzen, das mich mit Liebe umgab.
Abschied- von dir und gemeinsamer Zeit.
Danke dir!

 

Geh nur beruhigt
Geh nur beruhigt,
dort wartet schon der Engel am Tor.
Geh nur beruhigt,
die Wege drüben sind leicht zu gehen,
weich ist das Gras unter den Füßen,
und klar ist die Luft wie nirgendwo sonst.

Geh nur beruhigt,
dort wartet schon der Engel am Tor.
Geh nur beruhigt,
drüben ist Liebe und Vergebung der Sünden.
Wunden heilen und Narben verblassen.
Wirf alle Lasten ab, mach dich leicht.

Geh nur beruhigt,
die Tür steht weit offen, du wirst schon erwartet.
Geh nur beruhigt,
sag „Vater ich komme heim!“
Lass los, was du hältst.

Mach dich wehrlos und offen für das Wunder
von Auferstehung und Verwandlung
Streck deine Hände aus.
Sieh!
Dort kommt ER dir entgegen.
(Ute Latendorf)

 

Lasst mir die Zeit!

Der Schock ist zu groß –
Der Schmerz so unfaßbar,
ich fühle mich ganz leer –
wie ausgehöhlt.
Meine Seele ist erstarrt –
Mein Herz liegt wie ein Stein
in meiner Brust.

Alle, die es gut mit mir meinen,
sprechen auf mich ein:
„Leb doch wieder!“
„Wein doch nicht!“
„Laß das Klagen!“
„Verliere dich nicht an den Schmerz!“
„Rede mit uns!“
„Hasse nicht!“
„Raffe dich wieder auf!“

Alle, die es gut mit mir meinen,
sprechen eine fremde Sprache,
die ich nicht verstehe…..

Alle, die es gut mit mir meinen,
verstehen nicht,
dass ich Zeit brauche,
um meinem Tod zu sterben,
um in mich hinein zu weinen,
um schweigen zu können,
mich zu verlieren,
mich gehen zu lassen,
auch zu hassen, für eine Zeit,
für eine Zeit,
Zeit,
bitte, lass mir doch nur dieses eine: 
Zeit….

 

Seid mir nahe, mehr nicht.

Während der Zeit meiner tiefsten Trauer,
wenn ich besonders dringend
einige Menschen brauche,
die mir nahe sind,
mache ich eine deprimierende Erfahrung.

Gerade jetzt sind mir manche von ihnen
besonders fern.
Sie meiden mich,
sie versuchen gequält, freundlich zu sein,
sie reden wirres Zeug,
sie sind völlig unsicher und verkrampft.
Es macht den Eindruck, als liefen sie vor etwas davon.

Ich möchte Euch Mitmenschen ermutigen,
Euch und mir nichts vorzuspielen.
Seid ganz natürlich, seid ehrlich,
das brauche ich jetzt besonders.

Habt Zeit für mich, das ist wichtig.
Sprüche und Ratschläge brauche ich nicht.
Weint mit mir,
statt über Eure Unsicherheit hinwegzuspielen.
Seid mir nahe, mehr nicht.
(Rainer Haak)

 

Erinnerung

Beim Aufgang der Sonne
und bei ihrem Untergang
erinnern wir uns an sie;

Beim Wehen des Windes
und in der Kälte des Winters
erinnern wir uns an sie;

Beim Öffnen der Knospen
und in der Wärme des Sommers
erinnern wir uns an sie;

Beim Rauschen der Blätter
und in der Schönheit des Herbstes
erinnern wir uns an sie;

Zu Beginn des Jahres
und wenn es zu Ende geht,
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir müde sind
und Kraft brauchen,
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir verloren sind
und krank in unserem Herzen,
erinnern wir uns an sie;

Wenn wir Freude erleben,
die wir so gerne teilen würden,
erinnern wir uns an sie;

So lange wir leben, werden sie auch leben,
denn sie sind ein Teil von uns,
wenn wir uns an sie erinnern.

(Aus den “Toren des Gebets” Reformiertes jüdisches Gebetsbuch)

 

Loslassen

Loslassen bedeutet nicht vergessen,
loslassen heisst nicht, nicht lieben,
loslassen ist nicht negativ,
loslassen ist nur,
nicht mehr festhalten,
loslassen,
im Jetzt sein,
hier sein,
die Vergangenheit loslassen,
im Augenblick leben,
vertrauensvoll und zuversichtlich,
Veränderungen annehmen,
der Kraftpunkt liegt in der Gegenwart.
(Petra Timm-Bortz 11.06.99)

 

Verabschieden

Ich muss mich verabschieden,
verabschieden von meinen Träumen,
verabschieden von meinen Wünschen,
verabschieden von meinem Kind,
verabschieden von einer Zeit der Hoffnung,
von einer Zeit des Glücks,von einer Zeit der Freude.
Aber das fällt mir so schwer,
diese Zeit habe ich immer wieder vor Augen,
ich weiss,dass ich
nicht daran festklammern darf,
ich loslassen muss.
So hoffe ich auf eine andere,
eine neue Zeit:
eine Zeit der Hoffnung,
eine Zeit des Glücks,
eine Zeit der Freude.
(Petra Timm-Bortz 22.11.98)

 

Für immer loslassen,
tut so weh,
für immer loslassen,
macht mich so traurig,
aber ich muss loslassen,
darf traurig sein,
muss den Schmerz ertragen,
– Loslassen und trotzdem
weiterlieben –
– Loslassen und trotzdem
weiterleben.
(Petra Timm-Bortz 25.09.98)

 

Neubeginn

Jeder Abschied bedeutet,
sich für Neues zu öffnen.
Ich muss loslassen,
um für Neues frei zu sein,
ich muss loslassen,
um mich auf Neues einlassen zu können.
Immer wieder, im Leben so häufig
nehme ich Abschied,
werde wehmütig.
Erst wenn ich eine schöne Zeit,
etwas Schönes,
einen geliebten Menschen losgelassen habe,
fühle ich mich leichter,
erst dann erkenne ich, dass loslassen bedeutet,
sich auf etwas Neues freuen zu können,
Loslassen bedeutet Neubeginn.
(Petra Timm-Bortz 30.05.99)

 

Jede Kerze an Weihnachten

Jede Kerze an Weihnachten
Licht
Das Jesus den Menschen brachte.

Jede Kerze an Weihnachten
Licht
Das unser Kind für uns war.

Jede Kerze an Weihnachten
Licht
In dem unser Kind jetzt ist.

Jede Kerze an Weihnachten
Zünden wir an
Für unser vorausgegangenes Kind.
(Gabriele Richter)

 

Gedanken zu Weihnacht

Wie wird es dieses Jahr,
jetzt wo du nicht mehr bei mir bist.
Wird der Baum auch so hell
erstrahlen wie früher
ohne das Strahlen in deinen Augen.
Werde ich fröhlich sein können
ohne dein Lachen zu hören.

Oder…
Werde ich weinen,
weil du mir gerade in dieser Zeit so fehlst.
Werde ich still sein,
weil alles ohne dich nur noch halb so schön ist.
Ich denke, ich werde traurig und fröhlich,
laut und leise sein.
Eine Kerze ins Fenster stellen,
damit du sie siehst.
Und tief in meinem Herzen bist du dann bei mir
und das wird mich trösten.
(Sonja Hernsdorf)

 

Heute möchte ich

Heut’ möchte ich dein Engel sein,
am Tag und in der Nacht.
Ich schick’ dir einen Sonnenstrahl,
begleite dich ganz sacht.

Ich bin bei dir, was du auch tust
am Abend und am Morgen.
Ich bin bei dir, auch wenn du ruhst
und blase weg die Sorgen.

Ich trockne Deine Tränen sanft
mit meinen weichen Flügeln.
Wenn du nicht kannst, dann bin ich da
und übernehm’ die Zügel.

Ich leite dich, begleite dich,
geh ruhig deinen Schritt
!Ich schlafe nicht, ich bin dein Licht.
Ich gehe mit Dir mit.
(Erdmute Wiarda)

 

Ich bin deine Freude

Ich bin deine Freude –
Fürchte dich also nicht, froh zu sein!
Ich bin in deiner Not,
denn ich habe sie selbst erlitten.
Ich bin in deinem Tod,
denn heute, als ich geboren wurde,
begann ich mit dir zu sterben.
Und ich gehe nicht mehr weg von dir.

Was immer geschieht,
durch welches Dunkel dein Weg
dich auch führen mag-
glaube, dass ich da bin!
Glaube, dass meine Liebe
unbesiegbar ist!

Dann ist auch für dich Weihnacht.
Dann ist auch deine Nacht
Heilige Nacht.
Dann zünde getrost die Kerzen an –
Sie haben mehr recht
als die Finsternis.
(Karl Rahner)

 

„Wir sind mitten im Leben
zum Sterben bestimmt;
was da steht, das wird fallen.
Der Herr gibt und nimmt.
Wir gehören für immer
dem Herrn, der uns liebt;
was auch soll geschehen,
er nimmt und er gibt.
Wir sind mitten im Sterben
zum Leben bestimmt;
was da fällt, soll erstehen.
Er gibt, wenn er nimmt.“
(Lothar Zenetti)

 

Das Weizenkorn muss sterben,
sonst bleibt es ja allein;
der eine lebt vom andern,
für sich kann keiner sein.
Geheimnis des Glaubens,
im Tod ist das Leben.

So gab der Herr sein Leben,
verschenkte sich wie Brot.
Wer dieses Brot genommen,
verkündet seinen Tod.
Geheimnis des Glaubens,
im Tod ist das Leben.

Wer dies Geheimnis feiert,
soll selber sein wie Brot;
so lässt er sich verzehren
von aller Menschennot.
Geheimnis des Glaubens,
im Tod ist das Leben.

Als Brot für viele Menschen
hat uns der Herr erwählt;
wir leben füreinander,
und nur die Liebe zählt.
Geheimnis des Glaubens,
im Tod ist das Leben.
(Lothar Zenetti)

 

Mit jedem Menschen stirbt eine ganze Welt

„Jeder hat seine eigene, geheime, persönliche Welt.
Es gibt in dieser Welt den besten Augenblick,
es gibt in dieser Welt die schrecklichste Stunde;
aber dies alles ist uns verborgen.

Und wenn eine Mensch stirbt,
dann stirbt mit ihm sein erster Schnee
und sein erster Kuss und sein erster Kampf…
all das nimmt er mit sich.

Was wissen wir über die Freunde, die Brüder, (die Schwestern)
was wissen wir schon von unserer Liebsten?
Und über unseren eigenen Vater
(und über unsere eigene Mutter)
wissen wir, die wir alles wissen, nichts.

Die Menschen gehen fort…
Da gibt es keine Rückkehr.
Ihre geheimen Welten können nicht wiederentstehen.
Und jedesmal möchte ich von neuem
diese Unwiederbringlichkeit hinausschreien.“

(Es sei denn, man weiß von einem Gott,
der gesagt hat: „Seht, ich mache alles neu.“ [Offb 21,5];
und auch: „einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ [Offb 21,1])
(Jewgenij Jewtuschenko)

 

„Wenn Gott uns heimführt
aus den Tagen der Wanderschaft,
uns heimbringt
aus der Dämmerung
in Sein beglückendes Licht,
das wird ein Fest sein!

Da wird unser Staunen
von neuem beginnen.
Wir werden Lieder singen,
Lieder, die Welt und Geschichte umfassen.
Wir werden singen, tanzen
und fröhlich sein:
Denn Er führt uns heim:
aus dem Hasten in den Frieden,
aus der Armut in die Fülle.

Wenn Gott uns heimbringt
aus den engen Räumen,
das wird ein Fest sein!
Und die Zweifler
werden bekennen:
Wahrhaftig, ihr Gott tut Wunder!
Er macht die Nacht zum hellen Tag;
Er läßt die Wüste blühen!

Wenn Gott uns heimbringt
aus den schlaflosen Nächten,
aus dem fruchtlosen Reden,
aus den verlorenen Stunden,
aus der Jagd nach dem Geld,
aus der Angst vor dem Tod,
aus Kampf und aus Gier,
wenn Gott uns heimbringt,
das wird ein Fest sein!

Ein Fest ohne Ende!“
(Martin Gutl, 1942 – 1994)

 

Wenn ich gestorben bin

Wenn ich gestorben bin
wünsche ich mir
feiert nicht mich
und auch nicht den Tod.
Feiert DEN
der ein Gott von Lebendigen ist.

Wenn ich gestorben bin
wünsche ich mir
zieht euch nicht dunkel an
das wäre nicht christlich
kleidet euch hell
singt heitere Lobgesänge.

Wenn ich gestorben bin
wünsche ich mir
preiset das leben
das hart ist und schön
preiset DEN
der ein Gott von Lebendigen ist
(nach Kurt Marti: Leichenreden, Neuwied u. Berlin: Luchterhand 1969, 19)

 

ein grab greift tiefer als die gräber gruben
denn ungeheuer ist der vorsprung tod
am tiefsten greift das grab, das selbst den tod begrub
denn ungeheurer ist der vorsprung leben
(Kurt Marti: das leere grab, in: Namenszug mit Mond. Gedichte, Zürich/Frauenfeld 1996, 49)

 

In den Tiefen, die kein Trost erreicht,
lass doch deine Treue mich erreichen.
In den Nächten, wo der Glaube weicht,
lass nicht deine Gnade von mir weichen.

Auf dem Weg, den keiner mit mir geht,
wenn zum Beten die Gedanken schwinden,
wenn mich kalt die Finsternis umweht,
wollest du in meiner Not mich finden.

Wenn die Seele wie ein irres Licht
flackert zwischen Werden und Vergehen,
wenn es mir an Trost und Rat gebricht,
wollest du an meiner Seite stehen.

Wenn ich deine Hand nicht fassen kann,
nimm die meine du in deine Hände,
nimm dich meiner Seele gnädig an,
führe mich zu einem guten Ende.
(Julius Delbrück)

 

Freies Geleit
Da wird ein Ufer zurückbleiben.
Oder das Ende eines Feldwegs.
Noch über letzte Lichter hinaus wird es gehen.
Aufhalten darf uns niemand und nichts!
Da wird sein unser Mund
voll Lachens –
Die Seele reiseklar –
Das All nur eine schmale Tür.
angelweit offen.
(Heinz Piontek)

 

Du kannst nicht tiefer fallen
als nur in Gottes Hand,
die er zum Heil uns allen
barmherzig ausgespannt.
Es münden alle Pfade
durch Schicksal, Schuld und Tod
doch ein in Gottes Gnade
trotz aller unsrer Not.
Wir sind von Gott umgeben
auch hier in Raum und Zeit
und werden in ihm leben
und sein in Ewigkeit.
(Arno Pötzsch)

 

Über Auferstehung
Sie fragen mich nach der auferstehung
sicher sicher gehört hab ich davon
dass ein mensch dem tod nicht mehr entgegenrast
dass der tod hinter einem sein kann
weil vor einem die liebe ist
dass die angst hinter einem sein kann
die angst verlassen zu bleiben
weil man selber so ganz wird
gehört hab ich davon dass nichts da ist
das fortgehen könnte für immer
ach fragt nicht nach der auferstehung
ein märchen aus uralten zeiten
das kommt dir schnell aus dem sinn
ich höre denen zu
die mich austrocknen und kleinmachen
ich richte mich ein
auf die langsame gewöhnung ans totsein
in der geheizten wohnung
den großen stein vor der tür
ach frag du mich nach der auferstehung
ach hör nicht auf mich zu fragen.
(Dorothee Sölle)

 

Ich habe Angst vor dem Tod

Beim Einschlafen denke ich manchmal:
Was wird mit mir sein, wenn ich nicht mehr aufwache?
Ich denke mir oft,
daß ich vor der Geburt
von meiner Mutter umgeben war,
in ihrem Leib, ohne sie zu kennen.
Dann brachte sie mich zur Welt,
und ich kenne sie nun und lebe mit ihr.
So, glaube ich,
sind wir als Lebende von Gott umgeben,
ohne ihn zu erkennen. Wenn wir sterben,
werden wir ihn erfahren
so wie ein Kind seine Mutter,
und mit ihm sein.
Warum sollte ich den Tod fürchten?
(Carl Zuckmayer)

 

Von guten Mächten

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last,
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns bereitet hast.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bitt’ren
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Ganz,
dann woll’n wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Lass warm und still die Kerzen heute flammen,
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ’, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille tief nun um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden.
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)

 

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?“

Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.“
(Huub Oosterhuis / Lothar Zenetti)

 

Wer leben will wie Gott auf dieser Erde,
muss sterben wie ein Weizenkorn,
muss sterben, um zu leben.

Er geht den Weg, den alle Dinge gehen;
er trägt das Los, er geht den Weg,
er geht ihn bis zum Ende.

Der Sonne und dem Regen preisgegeben,
das kleinste Korn in Sturm und Wind
muss sterben, um zu leben.

Die Menschen müssen füreinander sterben.
Das kleinste Korn, es wird zum Brot,
und einer nährt den andern.

Den gleichen Weg ist unser Gott gegangen;
und so ist er für dich und mich
das Leben selbst geworden.
(Huub Oosterhuis)

 

Ein Mensch zu sein auf Erden
in dieser bösen Zeit
heißt ganz auf Gnade leben,
weitab von Ewigkeit,
heißt auf die Stimme hoffen,
die einst vom Himmel fuhr,
und so wie Jesus werden,
tasten in seiner Spur.

Ein Mensch zu sein auf Erden
und irdisch zu bestehn
heißt aus dem Wasser kommen
und in die Wüste gehn:
nicht Gott im Kreis der Götter
noch Engel ohne Blut,
nicht Tier und blinder Töter –
nur Mensch, in Wind und Glut.

Ein Mensch zu sein auf Erden
und mit dem Staub verwandt
heißt seinen Tod annehmen
und Hunger, Frost und Brand,
die Tage und die Nächte,
den Frieden und den Streit,
die Fragen und die Ängste,
Durst nach Gerechtigkeit.

Ein Mensch zu sein auf Erden
in dieser argen Welt
heißt Gottes Geist annehmen,
der auf die Schwachen fällt,
heißt Menschenbrüder lieben,
auch wenn sie irregehn,
und mit „Es steht geschrieben“
dem Bösen widerstehn.
(Willem Barnard)

 

„Der Tod ist eigentlich nichts.
Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Seid nicht feierlich oder traurig,
lacht sogar, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet für mich und denkt an mich.
Das Leben geht weiter, und einmal sehen wir uns wieder.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg.
Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.“
(Charles Péguy)

 

Josef Dirnbeck
Wenn du uns an der Hand nimmst und unseren Blick ins Unendliche weitest…
Requiem für Elfriede Ettl

Unruhig sind unsere Hände,
bis uns der, der sie uns gab,
zuletzt an der Hand nimmt
und sagt: “Komm!”

Komm, sagt der Vater
zu unserer Schwester:
Komm, Tochter, komm!

Und sie hört den Ruf
und ist erfreut –
und ist erschreckt.

Darf ich wirklich –
fragt sie:
Darf ich wirklich kommen,
so wie ich bin?

Du hast uns Hände geben,
damit wir sie bewegen,
damit wir mit ihnen
wagen und leben,
wirken und weben,
schaffen und gestalten
und sie am Ende
schließen und falten
zum letzten Gebet.

Aber was habe ich getan
mit meinen Händen –
war es das Rechte?

Komm, sagt der Vater
zu unserer Schwester:
Ich habe dir Hände gegeben,
die sprechen konnten,
schöpferische Hände,
die Bilder schufen,
die etwas sagten.

Du hast in Farben und Formen
Gleichnisse erzählt
von meiner Welt;
du hast Werke geschaffen,
in denen meine Schöpfung
zu leuchten begann.

Komm, Tochter, komm!
Geh ein in die Freude!

2.
Unruhig sind unsere Augen,
bis sie uns der,
der sie uns gab,
einst behutsam schließt
und unseren Blick
ins Unendliche weitet.

“Komm!” sagt der Vater
zu unserer Schwester:
“Komm, Tochter, komm!”

Und sie hört den Ruf
und ist erfreut –
und ist erschreckt.

Darf ich wirklich –
fragt sie:
Darf ich wirklich kommen,
so wie ich bin?

Du hast uns Augen geben,
damit wir sie offen halten
für die Not der andern
und dich nicht übersehen,
wenn du zu uns kommst
als frierender Bettler,
als Flüchtlingsfrau,
als suchender Künstler,
als Schülerin.

Aber was habe ich getan
mit meinen Augen –
war es das Rechte?

Komm, sagt der Vater
zu unserer Schwester:
Ich habe dir Augen gegeben,
die lesen konnten,
mit welch herrlichen Zeichen
die Schöpfung
den Schöpfer lobt.

Ich habe dir Augen gegeben,
die sehen konnten,
wie die Sonne singt,
schöpferische Augen,
die den Hintergrund
in den Vordergrund rückten
und ein Stück
der ewigen Freude
zum Vorschein brachten.

Du hast den Menschen
die Augen geöffnet,
hast sie achtsam gemacht
und neu sehen gelehrt.

Komm, Tochter, komm!
Geh ein in das Licht!

3.
Unruhig ist unser Herz,
bis es zu guter Letzt
in dem ruhen darf,
für den es ein Leben lang glüht.

Komm, sagt der Vater
zu unserer Schwester:
Komm, Tochter, komm!

Und sie hört den Ruf
und ist erfreut –
und ist erschreckt.

Darf ich wirklich –
fragt sie:
Darf ich wirklich kommen,
so wie ich bin?

So wenig vollkommen,
so unfertig und skizzenhaft,
so ärmlich und erbärmlich,
mehr suchend als findend,
mehr versprechend
als haltend,
stets mehr
der Liebe bedürftig
als liebend –
darf ich wirklich?

Nimmst du mich,
wie ich bin?
Nimmst du
mein unruhiges Herz?

Komm, sagt der Vater
zu unserer Schwester:
Komm nur, du darfst.
Ich verwandle dein Herz,
ich schaffe es neu.

Wie der Hirsch nach der Quelle,
die seinen Durst löscht,
wie der Vogel nach dem Wind,
der ihn trägt,
wie der Pinsel nach der Farbe –
so hat sich dein Herz
stets nach mir gesehnt.

Nun ist die Sehnsucht
zu Ende,
nun bist du am Ziel.
Komm, Tochter, komm!
Geh ein in die ewige Liebe!
(Josef Dirnbeck, geschrieben am 24. November 2003)

 

Alles vergeht

Alles vergeht und muss weichen,
Wir gehen dahin wie ein Rauch.
Die Rosen der Wangen verbleichen
Und Lächeln – und Tränen auch.
Warum also die Trauer?
Wie das Blatt mit dem Winde verweht,
So ist kein Kummer von Dauer,
Die Zeit und der Mensch vergeht!
Alles ist nur ein Verschwinden,
Hoffnung und Freundschaft und Glück.
Es vergeht wie von starken Winden
Und kehret niemals zurück.
(Hans Christian Andersen)

 

Bevor ich sterbe

Noch einmal sprechen
von der Wärme des Lebens
damit doch einige wissen:
Es ist nicht warm
Aber es könnte warm sein
Bevor ich sterbe
noch einmal sprechen
von Liebe
damit doch einige sagen:
Das gab es
Das muss es geben
Noch einmal sprechen
vom Glück der Hoffnung auf Glück
damit doch einige fragen:
Was war das
Wann kommt es wieder?
(Erich Fried)

 

Der Tod

Auf Wiedersehen möcht’ ich dir nur sagen.
Hab keine Angst,
ich werde nicht klagen,
nur warum und wieso
würde ich dich so gern fragen.

Ich sitze hier allein an deinem Grab,
wollte dir noch viel sagen,
und hab noch so viele fragen.
Das du nicht mehr bist,
ich kanns kaum ertragen.

Wäre jetzt so gern bei dir,
doch am liebsten wäre mir,
du wärst noch hier.
Müsst den Schmerz dann nicht ertragen
und mich nicht für immer fragen,
warum du hast das nur getan.

Ich weiß,
das wir uns wieder sehen.
Wird lange Zeit wohl noch vergehen.
Doch lieber Freund,
das sag ich dir,
die Antwort auf “Warum, Wieso”
die schuldest du mir.
(Sascha Arns)

 

Was Du im Leben hast gegeben,
dafür ist jeder Dank zu klein,
Du hast gesorgt für Deine Lieben,
tagaus, tagein.

Dein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen,
Du wolltest doch so gern noch bei uns sein,
schwer ist es diesen Schmerz zu tragen,
denn ohne Dich wir alles anders sein.

Was du im Leben hast gegeben,
dafür ist jeder Dank zu klein.
Du hast gesorgt für deine Lieben
von früh bis spät, tagaus, tagein.

Du warst im Leben so bescheiden,
nur Pflicht und Arbeit kanntest du.
Mit allem warst du stets zufrieden,
nun schlafe sanft in stiller Ruh’.

Was du im Leben hast gegeben,
dafür ist jeder Dank zu klein.
Was wir an dir verloren haben,
das wissen wir nur ganz allein.
( ? )

 

Als die Kraft zu Ende ging
war`s kein Sterben,
war`s Erlösung.

Auch wenn er nicht mehr unter uns ist,
so ist er doch immer bei uns.

Auf einmal bist du nicht mehr da,
und keiner kann’s verstehn.

Im Herzen bleibst du uns ganz nah
bei jedem Schritt, den wir nun gehen.
Nun ruhe sanft und geh’ in Frieden,
denk immer dran, dass wir dich lieben.

Aus dem Lieben Kreis geschieden,
aus dem Herzen aber nie.
Weinet nicht, sie ruht in Frieden,
doch sie starb und noch zu früh.

Ausgelitten hab`ich nun,
bin an dem frohen Ziele,
von den Leiden auszuruh`n,
die ich nicht mehr fühle.
( ? )

 

Der Gruß meiner Liebe sei dir gebracht,
du schöne Schwester, du stille Nacht!
Sind unsre Reiche auch ewig geschieden,
mein ist die Arbeit, dein ist der Frieden
Schlingen wir doch um die Guten und Bösen
den einen Reigen und segnen die Wesen,
die auf der wundertiefen Welt
Liebe in prunkendes Leben gestellt.
(von Aus Peterchens Mondfahrt)

 

Du hast für mich gesorgt, geschafft,
ja sehr oft über deine Kraft.
Nun ruhe aus, du gutes Herz,
wer dich gekannt, fühlt unseren Schmerz.

Du hast für uns gesorgt, geschafft,
ja sehr oft über deine Kraft.
Nun ruhe aus, du treues Herz,
die Zeit wird lindern unsern Schmerz.

Du warst im Leben so bescheiden,
schlicht und einfach lebtest Du,
mit allem warst Du stets zufrieden,
hab Dank und schlaf in aller Ruh.

Du warst mein Papa.
Papa ich vergess dich nicht.
Wenn mein Glücksstern sinkt,
nichts mehr gelingt,
seh’ ich im Nebel dein Gesicht.
(von Trude Herr)

 

Du siehst den Garten nicht mehr grünen
Du siehst die Blumen nicht mehr blühen.
Hast stets geschafft,
manchmal gar über Deine Kraft.
Alles hast Du gern gegeben.
Liebe, Arbeit war Dein Leben.
Du hast ein gutes Herz besessen,
nun ruhe still und unvergessen.
( ? )

 

Ein gutes Herz
hat aufgehört zu schlagen.

Ein gutes Mutterherz
hat aufgehört zu schlagen,
zwei nimmermüde Hände ruhn.

Ein Mutterherz!
Nur wer es kennt,
wer recht von Grund es kennt,
der weiß, was man verliert an ihm,
weiß, was kein Schmerz benennt.

Ein treues Mutterherz
hat aufgehört zu schlagen.
Der Tod kam als Erlösung.
( ? )

 

Erloschen ist das Leben dein,
Du wolltest gern noch bei uns sein.
Dein Wille war stark,
Du wolltest die Krankheit bezwingen
Und wusstest nicht, was sie verbarg.
Vergeblich war dein Ringen.
Wie schmerzlich war’s, vor dir zu stehen,
Dem Leiden hilflos zuzusehen.
Schlaf nun in Frieden, ruhe sanft,
Und hab’ für alles vielen Dank.
Erloschen ist das Leben dein,
du wolltest gern noch bei uns sein.
Wie schmerzlich wars, vor dir zu stehn,
dem Leiden hilflos zuzusehn.
Schlaf nun in Frieden, ruhe sanft,
und hab für alles vielen Dank.
( ? )

 

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
bestimmte unser Leben.
Drum wird dieses eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen.
( ? )

 

Ich stelle mir das Sterben vor
so wie ein großes helles Tor.
Durch das wir einmal gehen werden.
Dahinter liegt der Quell des Lichts
oder das Meer, vielleicht auch nichts.
Vielleicht ein Park mit großen Bänken.
Doch eh’ nicht jemand wiederkehrt
und mich eines Besseren belehrt,
möcht ich mir doch den Himmel denken.
( ? )

 

So wie der Wind mit den Bäumen spielt,
so spielt das Schicksal mit den Menschen.
Man sieht sich, man lernt sich kennen,
gewinnt sich lieb und muß sich trennen.
Der Mensch kann viel ertragen und erleiden,
er kann vom Liebsten, was er hat,
in Wehmut scheiden,
er kann die Sonne meiden und das Licht,
doch vergessen, was er einst geliebt,
das kann er nicht.
( ? )

 

Der Tod ist das Ende, so will es scheinen
denen, die am Leben sind.
Doch wer vermag zu sagen,
ob die, die ihn erfahren,
ihn nicht als Neuanfang erleben?

Doch warum Menschen die wir lieben?
Unbegreiflich will es uns scheinen,
dass sie nicht bei uns bleiben.

Und dennoch,
Menschen endgültig voneinander zu lösen,
wird selbst der Tod niemals vermögen!

Auch wenn der Mensch niemals wissen wird
warum und weshalb,
denn die wahren Zeugen des Todes bleiben stumm.

Und weilt der Körper
schon längst nicht mehr in unserer Nähe,
so ist es die Seele unserer Geliebten,
die unserem Herzen für immer weiterexistiert,
sie so an uns bindet
und sie uns niemals vergessen lassen wird!
(Claudia Elsner)

 

Wir treten aus dem Schatten in ein helles Licht.
Wir treten durch den Vorhang vor Gottes Angesicht.
Wir legen ab die Bürde, das müde Erdenkleid –
sind fertig mit den Sorgen und mit all dem Leid.
Wir treten aus dem Dunkel nun in ein helles Licht –
warum wir’s sterben nennen?
Ich weiß es nicht.
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin nicht hier, ich schlafe nicht.
Ich bin die tausend Winde,
das Diamantglitzern auf dem Schnee,
ich bin der Sonnenschein auf reifem Korn,
ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn ihr aufwacht in der Morgenstille,
bin ich der schnelle Flügelschlag
stiller Vögel in kreisendem Flug.
Ich bin der Stern, sein mildes Licht in der Nacht.
Steht nicht an meinem Grab und weint,
hier bin ich nicht…
(Ken Wilber)

 

Wo Worte fehlen,
das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo Augen versagen,
das Unabwendbare zu sehen,
wo die Hände
das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt die Gewissheit,
dass du für immer in
unseren Herzen weiterleben wirst.
( ? )

 

Weil du uns so früh verlassen,
ist der Schmerz besonders schwer.
Was wir Menschen oft nicht fassen,
das fügt Gott, das weiß nur er.
Wir trauern und wir beten still,
Gott wird wissen, was er will.
( ? )

 

Im Fenster steht immer ein Licht, dies ist nur für Dich.
Du sollst immer erkennen, wo Du zu hause bist.
Du bist und wirst immer dort sein.
Wenn auch Dein Lachen uns fehlt,
wir werden es immer hören.
Du bist und warst für uns das schönste Licht.

Ich bin traurig und bleib hier alleine zurück.
Du bist jetzt gegangen und mein Herz ist schwer.
Meine Tränen werden vertrocknen.
Meine Gedanken an Dich, werden nie vergehen.
Wir werden uns wiedersehen,
dann werden wir uns niemals mehr trennen,
ich liebe Dich.

Wir haben viel zusammen erlebt.
Wir haben Trauriges und Schönes durchgestanden.
Wir haben uns gegenseitig unterstützt.
Wir haben uns von Herzen geliebt.
Wir mussten uns aber jetzt trennen.
Wir werden den Weg wieder zueinander finden.
Wir lieben uns – auch über den Tod hinaus.
( ? )

 

Celine Dion – My Heart Will Go On (deutsche Übersetzung)

Nachts in meinen Träumen seh’ ich Dich,
ich spür’ Dich und ich weiß,
dass Du weiterlebst.

Weit her über Zeit und Raum zwischen uns
bist Du gekommen, um mir zu zeigen,
dass es weitergeht.

Nah oder fern, wo immer Du bist, ich glaube daran,
dass das Herz weiter schlägt.
Du öffnest eine Tür und Du bist hier in meinem Herzen
und mein Herz wird es weiter und weiter tragen.

Die Liebe kann uns einmal treffen
und ein ganzes Leben andauern und
niemals aufhören, bis wir eins sind.
Liebe war, als ich Dich liebte.

Das ist die Wahrheit, die ich festhalte.
In meinem Leben werden wir immer weiterleben.
Es gibt eine Liebe, die niemals vergeht.

Du bist hier, und es gibt nichts, das ich fürchte.
Ich weiß, dass mein Herz weiter schlagen wird –
so wird es immer für uns bleiben.
Du bist geborgen in meinem Herzen
und mein Herz wird es immer weitertragen.

 

Holt mich der Tod
Holt mich der Tod so weine nicht,
bleib nicht in Trauer hangen,
sieh, unser Weg er trennt sich nicht,
bin nur, vorausgegangen.

Vorausgegangen in ein Land,
das uns so gänzlich unbekannt.
Und noch kein Lebender geseh’n.
Doch denke ich, ist’s trotzdem schön.

Doch du, verharre nicht im Leid.
Verdirb nicht ganz dein Leben.
Selbst tiefste Wunden heilt die Zeit.
Zum Glück, ist’s so gegeben.

Sieh’ immer nur das stille Glück.
Die wunderbaren Stunden.
Denk an die schöne Zeit zurück,
die einstmals wir gefunden.

Und führt dein Weg auch dich einmal,
hin, in den Todesgarten,
hab’ keine Angst, ich werde dort,
ganz sicher, auf dich warten.
( ? )

 

Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)

 

Du warst noch nicht geboren,
hast nie das Licht gesehn
und warst schon auserkoren
von dieser Welt zu gehn

Du durftest niemals lachen
und froh und lustig sein
und Kinderspäße machen,
im hellen Sonnenschein

Nie durft ich Trost dir spenden,
dich in die Arme schließen,
dich führen an den Händen
mit dir die Welt genießen

Du durftest nie erfahren,
wie warm die Sonne scheint.
Ich werde dich bewahren,
hab sehr um dich geweint.

Trotzdem:
DU hast mich gelehrt
was Liebe ist und Wert.
Du kleiner Fratz,
weit und breit
bist du der größte Schatz,
für mich für alle Zeit.
(Annegret Müller)

 

Nichts ist vergänglicher als unser irdisches Dasein,
doch das Leben beginnt neu, durch die Erinnerung an mich,
durch das was ich im Herzen bei Euch allen hinterlassen habe.
Ich werde bei euch sein als heller Stern wenn Ihr mich sucht
am Firmament des allgegenwärtigen Reiches Gottes.
(Frank Krüger)

 

Einen Menschen loslassen,
ist immer eine schwere Erfahrung.
Wenn wir jemanden verlieren,
der uns nahestand oder den wir geliebt haben,
tut das besonders weh.
Unser Herz gleicht dann einer Wunde,
die schmerzt und lange nicht heilt.
Auch viele noch so gut gemeinte Worte
können diesen Schmerz oft nicht lindern.
In solchen Situationen würden wir uns
am liebsten von allem zurückziehen.
Gedanken müssen geordnet und Gefühle
bewältigt werden. Manches klagt uns an,
vieles hätten wir gerne noch gesprochen,
vielleicht auch einiges wieder gut gemacht.
Grenzen des Lebens.
(Andrea Pilz)

 

Der Schmerz um Euer Kind wird nie vergehn,
doch weil wir Menschen sind, lernen wir mit der Zeit zu verstehn.
Es war, wenn auch nur für eine kurze Zeit,
für Euch das wichtigste auf dieser Welt.
Dieses Kind, es war nur eine Sekunde in der Unendlichkeit,
doch für Euch war es alles unterm Himmelszelt.
Drum denkt nicht mit Trauer an Euer Kind zurück,
es gab Euch, wenn auch nicht lange, die Hand zum Glück.
(Kornelia Leclaire)

 

Das Licht des Lebens
ist erloschen,
doch längst wurde in einer
herrlichen Welt
ein neues Feuer entfacht.
Es wird strahlen,
voll Wärme und Liebe,
jetzt und in alle Ewigkeit.
(Annette Andersen)

 

Laß dich fallen
in deine Trauer,
und schäme dich nicht
deiner Tränen.
Weine um vergangenes
Glück,
aber öffne dein Herz
für all die Liebe,
die dir gegeben wird.
(Annette Andersen)

 

Freundin, für viele Jahre.
Offenes Ohr für meine Sorgen.
Tröstende Worte, in Kummer und Leid.
Einigkeit.
Lachen und glücklich sein.
Viele Dinge gemeinsam erleben…
Auseinandersetzung –
und das Wissen:
Du bist immer für mich da.
Ich vermisse dich!
Tod, grüße sie von mir.
(Annette Andersen)

 

Mensch,
du bist Wunder,
du bist Geist,
du bist Licht.
Du bist Teil eines Ganzen,
aber sterblich –
das bist du nicht.
(Annette Andersen)

 

Bewahr mir ein Erinnern wie einen Lebenskuss,
so bleib ich in der Nähe auch wenn ich gehen muss.
Erzähl von mir mit Lachen,
so waren wir ja einst,
erzähl die tollsten Sachen.
Auch wenn du später weinst.
(Silke Griemsmann)

 

Du bist abgereist.
Wohin?
Wir glauben, dein Ziel zu kennen.
Du sprachst von einem Land der Liebe, des Lichtes und des Friedens.
Wir haben dich alle zum Bahnhof begleitet.
Wir haben dir noch nachgewunken.
Jedes Gebet ist mehr als ein Kartengruß!
(Hedwig Steinkamp)

 

Denk an dich
und seh dein liebes Gesicht
denk an dich
vergess dich nicht
Hast all den Schmerz jetzt hinter dir
bin in Gedanken bei dir
bist jetzt gut aufgehoben
wir sehen uns irgendwann da oben.
(Andrea Pilz)

 

Die Seele trat Ihre Reise an,
als wir uns noch an den Händen hielten;

Frieden, Stille – kein Geräusch,
eingehüllt im Nebel;

Der Abschiedsschmerz unbeschreiblich,
keine Vorbereitung darauf gerecht;

Zart, zerbrechlich wie Porzellan,
endlich befreit von Schmerz und Pein;

Dein herzhaftes Lachen verstummt;
unser unsichtbarer Bund verloren?

Noch die Herzen gefüllt mit Liebe und Trauer
Und lässt uns doch hier nun allein;

Du musstest gehen,
doch nicht weg von uns,
sondern nur voraus;

Unsere Liebe nimmst du mit,
Deine tragen wir in unseren Herzen;
(Petra Schild)

 

Ich sah eine Windmühle, ein starker Wind blies,
und die Flügel drehten sich.
Dann ließ der Wind nach,
und die Flügel hörten auf, sich zu drehen.
Du bist wie ein Buch das ich nie gelesen,
wie ein Lied das ich nie gehört.
Du bist ein Abenteuer welches ich nicht bestritten.
Nun bist Du unerreichbar und doch tief in meinem Herz.
(Jan Bredohl)

 

An meinen Opa
Schlimmen Traum hab ich geträumt,
und wollte schnell erwachen.
Doch sah ich dann, es war kein Traum,
nur Tränen und kein Lachen.

Die Zukunft scheint mir ohne Dich
ganz ohne Sinn und Freude.
Gestern warst Du noch bei uns,
gegangen bist Du heute.

Nun da Du nicht mehr bei mir bist,
umgibt mich grauer Nebel.
In meinem wunden Herz jedoch,
da wirst Du weiterleben.
(Cindy Tschök)

 

Der Brief
Steht nicht weinend an meinem Grab
Ich lieg nicht hier in tiefem Schlaf
Ich bin der Wind, der immer weht
Die Sonne, die hoch am Himmel steht
Der Regen, der auf dich fällt
Der Mond, der deine Nacht erhellt

Ich bin die Lieder, die wir gerne hörten
Meine Macken, die dich fast nie störten
Der Wein, den wir gern getrunken
Meine Sprüche, tief im Schlaf versunken
Und fühlst du dich mies mal irgendwann
Bin ich die Erde, die dich dann ertragen kann

Ich bin die Zigaretten, die wir zusammen rauchten
Die Träume, die wir aneinander verbrauchten
Die Tage, die wir zusammen verbrachten
Die Nächte, die wir zu Tagen machten
Die Freude, die aus deinen Augen spricht
Die Worte, hier in diesem Gedicht

Ich bin die Freundin, die immer zu dir steht
Die dir manchmal zeigt wie’s weitergeht
Ich bin das Feuer, das stets in dir brennt
Bin die, die dich tief drinnen kennt
Ich bin im Herz – ich geh nie fort
Ihr seid mein Himmel – er ist kein Ort

Steht nicht weinend an meinem Grab
Ich lieg nicht dort, weil ich nie starb
(Melanie Burghardt)

 

Egal wo ich bin, egal wo ich war,
ich sah dein Gesicht es war immer da.
Nun bist du gegangen, auf ewig fort,
– an einen schöneren, seeligen Ort.
Hörst mich da, wenn meine Seele nach dir weint,
wenn sie schmerzt und aus ganzer Kraft schreit?
Siehst du mein Herz wie es beginnt zu zerbrechen,
wie es dich vermisst und dein heiteres Lächeln?
Doch ich muss hier verbleiben,
und hoffe du wartest auf mich,
denn wir werden uns bald sehen,
– dies ist ein Versprechen an dich.
( ? )

 

An mein geliebtes Kind 
Wo magst Du jetzt wohl sein, mein Kind?
Im Paradies? Im Himmel droben?
Bist Du gar dort, wo Englein sind?
Nachts bei den Sternen oben?

Kannst Du mich seh’n? Spürst Du den Schmerz?
Kannst meine Not Du spüren,
die ganz tief drinnen sitzt im Herz?
Kann Deine Seele mich berühren?

Wo war Dein Schutzengel, mein Kind?
Wo war er nur in dieser Nacht?
Ward er hinfortgeweht vom Wind?
Schlief er sogar, hielt’ keine Wacht?

Die Worte fehlen mir, zu sagen
wie Du mir fehlst, wie groß die Pein.
So hoff’ ich drauf: nach vielen Tagen
werd’ ich für immer bei Dir sein.
Herbert Kobler

 

Abschied
Verzerrt durch Raum und Zeit
spüre ich ein Seufzen
und höre deine Stimme,
die den schwarzen Vogel ruft,
am Fenster zur Unendlichkeit.

Schon schwebt er sanft herein,
läßt sich bei dir nieder
und schaut dich wartend an.
Du nickst ihm dankbar zu
und fühlst dich nicht allein.

Dein Tod kommt ohne Schmerzen,
ich seh dich darauf warten
und deinen Blick zurück.
Der Zeitpunkt paßt,
du gehst mit leichtem Herzen.

Ich hebe noch zum Gruß die Hand,
hör dein erlöstes Lachen.
Du fliegst an mir vorbei
und folgst jetzt deiner Lebensspur
in ein anderes Land.
(Christine Meyer)

 

Niemals Allein
Du hast das Leben auf dieser Welt verlassen,
so wandeln wir stumm, gesenkten Blickes durch die Gassen.
Du warst ein wichtiger Mensch in unser aller Leben,
du hast uns Mut, Kraft und Liebe gegeben.

Du bist nicht mehr greifbar, nicht mehr da
Und doch… bist du uns so nah.
Denn niemals werden wir dich aus dem Herzen lassen gehen,
und irgendwann werden wir auch alles verstehen.

Warum du von uns gehen musstest, wir mussten dich lassen,
so wandeln wir weiter stumm durch die trüben Gassen.
Aber vielmehr noch würdest du dir wünschen dass wir glücklich sind,
Du gibst uns Kraft, Mut und Willen durch die Erinnerung an dich und durch dein Kind.

Für immer wirst du in unseren Herzen sein,
Niemals sind wir in Gedanken an dich allein
(Ingeborg Lesmeister)

 

Wenn der Tag vergeht
und leise, ganz leise
die Dämmerung nah

Wenn die Schatten
die dunklen
die Welt verwandeln
bis sie selbst
nur mehr ein Schatten ist

Wenn die Sterne
tausend Märchen erzählen
den Menschen
die Ihnen lauschen

Wenn die laute Welt ganz still wird
und schläft
und träumt
von der Sonne

Dann singt in mir
die Sehnsucht leise ihr Lied
und lächelnd komm ein Engel
und bringt mir dein Bild.
(Lili)

 

Gedanken zum Abschied
Kraftvoll, in sattem Grün und mit vielen Knospen
steht er vor mir – der Baum der Generationen.
Ein Blatt säuselt leis zu Boden,
kraftlos wie mir scheint.
Es ist eines der wenigen bunten
und sehr lang schon hing es locker an diesem Baum
– verzweifelt sich wehrend gegen jeden Sturm.
Noch bevor der Wind es mir nehmen kann,
hebe ich es auf und schaue es an – ein letztes Mal.
Es ist einfach und schön.
Die Harmonie der Farben gibt mir Kraft,
die Narben stimmen mich traurig und nachdenklich zugleich.
Nun möchte ich dieses Blatt nicht mehr länger aufhalten
auf seinem Weg.
Ich gönne ihm die lange Reise mit dem Wind,
der es tragen wird, bis es irgendwo
ein letztes Plätzchen gefunden hat, um zu vergeh’n.
Spuren werden bleiben – Erinnerungen sein.
(Martina Georgi)

 

An meinem Grabe
Da steht ihr nun, wollt mich betrauern
ihr glaubt, dass ich hier unten bin:
ihr mögt vielleicht zunächst erschauern –
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier – wie ihr vermutet,
mein Körper mag hier unten sein,
doch während die Musik noch tutet
bin ich schon lang nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele – sicherlich –
doch achtet drauf wie schön sie sind;
und eins der Blätter – das bin ich.

Seht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke – das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen – meisterlich,
ich bin so fröhlich grad wie diese,
und einer davon – das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen:
denn eine Welle – das bin ich!

Blumen erblühen in all ihrer Pracht
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume – das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert:
Denn Eure Freude – das bin ich!
(Heinz Rickal)

 

Dein Lächeln war wie die Sonne, die selbst in der Nacht aufgehen konnte.
Deine Augen sprachen mehr Worte als die, die über deine Lippen kamen.
Dein Atem war wie ein süßer Windhauch, wenn du neben mir geschlafen hast.
Neben dir aufzuwachen war das Schönste, was am Tag passierte.

Doch jetzt trauere ich um einen Menschen, der mir zeigte, wie man “lebte”.
Ein Mensch, der sich selbst für andere vernachlässigte.
Ein befristetes Geschenk Gottes an die Welt.

Ein Teil meines Herzens starb mit Dir.
Auch wenn ich jetzt ohne Dich leben muss,
Du bist und bleibst der Mensch, den ich liebte, ehrte und schätzte.
(Diddy)

 

Normal gehen die Kinder in den Fußstapfen der Eltern.
Wir gingen in deinen Fußstapfen.
Auch wenn diese noch so klein waren, du hast die Richtung bestimmt.
(Elfriede Furgler)

 

Schick mir keinen Engel
der alle Dunkelheit bannt
aber einen
der mir
ein Licht anzündet

Schick mir keinen Engel
der alle Antworten kennt
aber einen
der mit mir
die Fragen aushält

Schick mir keinen Engel
der allen Schmerz wegzaubert
aber einen
der mit mir
Leiden aushält

Schick mir keinen Engel
der mich über die Schwelle trägt
aber einen
der in dunkler Stunde
noch flüstert
Fürchte dich nicht
(Elisabeth Bernet)

 

Der Tod hat keine Bedeutung –
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.

Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!

Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.

Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue
und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben
– es bleibt so bestehen, immer –
ohne Unterbrechung.

Ihr seht mich nicht,
aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte eine Zeit lang auf Euch
– irgendwo, ganz in der Nähe –
nur ein paar Straßen weiter.
(Henry Scott-Holland)

 

Lieben heißt,
das größte Glück zu empfinden,
das Gott uns geschenkt hat.

Lieben heißt,
einander anzunehmen,
mit allen Stärken und Schwächen.

Lieben heißt,
sich anzusehen und zu wissen,
was der andere fühlt.

Lieben heißt,
sich über jeden gemeinsamen Tag zu freuen.

Lieben heißt,
gemeinsam lachen und
gemeinsam traurig sein.

Lieben heißt auch,
loszulassen, wenn der Tag gekommen ist.

Lieben heißt auch,
zu trauern, weiterzuleben,
in der Hoffnung, sich wiederzusehen.
Das ist meine Liebe.
(Maria Höll-Fiebrandt)

 

Still, seid leise,
es war ein Engel auf der Reise.
Sie wollte ganz kurz bei euch sein,
warum sie ging, weiß Gott allein.

Sie kam von Gott, dort sind sie wieder.
Sollte nicht auf unsre Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt von ihr zurück.
in eurem Herz ein großes Stück.

Sie wird für immer bei euch sein
vergesst sie nicht, sie war so klein.
Geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denkt: Es war ihr Flügelschlag.

Und wenn Ihr fragt: Wo mag sie sein?
So wisst: Engel sind niemals allein.
Sie kann jetzt alle Farben sehn,
und barfuss durch die Wolken geh’n

Bestimmt lässt sie sich hin und wieder
bei anderen Engelkindern nieder.

Und wenn ihr sie auch sehr vermisst
und weint, weil sie nicht bei Euch ist,
so denkt: Im Himmel, wo es sie nun gibt
erzählt sie stolz: Ich werde geliebt!
( ? )

 

Wenn Liebe könnte Wunder tun
und Tränen Tote wecken,
dann würde Dich, geliebtes Herz,
noch nicht die kühle Erde decken.

Jedes Wort – zuviel und doch zu wenig.

Nicht das Freuen, nicht das Leiden
stellt den Wert des Menschen dar.
Immer nur wird das entscheiden,
was der Mensch den Menschen war.

Gute Menschen gleichen Sternen,
sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.

Glücklich sind wir zwei gegangen,
immer gleichen Schritt’s.
Was vom Schicksal du empfangen,
ich empfing es mit.

Ach, das war ein sich’res Wandern,
auch wenn es sturmgetost,
einer war die Kraft des anderen,
einer des anderen Trost.

Und nun kann ich’s nicht verstehen und mir wird so bang.
Jeder muss alleine gehen seinen schwersten Gang.

Wo auch immer Du nun bist,
ich bin mir gewiss,
dereinst werde auch ich dort sein.
(Peter Heckert)

 

Sieh, wie alles so still ist drüben in der Unendlichkeit,
wie leise ziehen die Welten, wie still schimmern die Sonnen,
der große Ewige ruhet wie eine Quelle mit seiner überfließenden
unendlichen Liebe mitten unter ihnen
und erquickt und beruhigt alles.
(Jean Paul)

 

Alles was zerfällt, gehört der Erde.
Doch alles, was uns lieb ist, gehört dem Himmel.
Nimm Erden den Staub.
Nimm Himmel unsere Verstorbenen
(Anton Rotzetter)

 

Nichts geschieht von ungefähr,
von Gottes Hand kommt alles her.
( ? )

 

Die Hoffnung gibt die Kraft zum Weiterleben.
Die Liebe gibt die Stärke zum Überwinden der Trauer.
Der Glaube ist das tröstende, durch Wolken strahlende Licht.

Die letzte Etappe geht jeder allein,
Die letzte Etappe geht keiner mit.
Das Ziel des Rennens ist: “Daheim”.
Egal wie lange man kämpfte und litt.

Da droben beim Schöpfer ist endlich Sieg.
Da droben ist’s endlich geschafft.
Kein weiterer Weg, der vor uns liegt.
Der Sieg kommt am Ende der Kraft.

Wird Glauben zum Sehen, verwandelt im Nu.
Vereint mit den himmlischen Heeren.
Dann jauchzt unsre Seele dem Heiland zu.
Den Vater für immer zu ehren.
(Andre Walder)

 

Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen.
Hilf mir beten
Und meine Gedanken sammeln;
Ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden.
In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den Weg für mich.
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Er sprach zu mir: Halt dich an mich,
es soll dir jetzt gelingen;
ich geb’ mich selber ganz für dich,
da will ich für dich ringen;
denn ich bin dein und du bist mein,
und wo ich bleibe, da sollst du sein;
uns soll der Tod nicht scheiden.
(Martin Luther)

 

Auferstehung

Wenn ich tot bin, geht alles ohne mich,
geht alles über mich hinweg,
hoch über mir geht es weiter,
das Leben, wie man das so nennt,
alles geht weiter.
Nur ich, der ich tot bin,
der ich daliege reglos
mit geschlossenen Augen
im Dunkel der Erde
ich höre auf.

Kann auch sein,
ich höre dann auf die Stille,
die mich umgibt.
Am Ende, heißt es,
ist darin am Anfang ein Wort,
eine unwiderstehliche Stimme.
Die nennt meinen Namen.
Die singt in mir.
Die heißt mich aufstehen.

Eine Kraft hebt mich hoch
Und über alles hinaus
in ein unbeschreibliches Licht.
Seht doch, ich sage dann,
seht, ich lebe schon,
da ihr noch tot seid.
(Lothar Zenetti)

 

Die Tiefpunkte Deines Lebens sind schmerzlich,
aber sie ändern Dein Leben.
Auch das Leid hat seinen Sinn,
es läutert Dich und leitet Dich.
( ? )

 

In mir ist es finster – aber bei Dir ist das Licht.
Ich bin einsam – aber Du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig – aber bei Dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig – aber bei Dir ist Friede.
In mir ist Bitterkeit – aber bei Dir ist Geduld.
Ich verstehe Deine Führung nicht –
aber Du weißt den Weg für mich.
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Dass wir erschraken, da du starbst, nein, dass
dein starker Tod uns dunkel unterbrach,
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.
(Rainer Maria Rilke)

 

Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem
Herzen innewohnt!
(Augustinus)

 

Geliebte, wenn mein Geist geschieden,
So weint mir keine Träne nach;
Denn, wo ich weile, dort ist Frieden,
Dort leuchtet mir ein ew’ger Tag!

Wo aller Erdengram verschwunden,
Soll euer Bild mir nicht vergehn,
Und Linderung für eure Wunden,
Für euern Schmerz will ich erflehn.

Weht nächtlich seine Seraphsflügel
Der Friede übers Weltenreich,
So denkt nicht mehr an meinen Hügel,
Denn von den Sternen grüß’ ich euch!
(Annette von Droste-Hülshoff)

 

Tröste Dich, die Stunden eilen,
und was all Dich drücken mag,
auch das Schlimmste kann nicht weilen
und es kommt ein anderer Tag.

In dem erwigen Kommen und Schwinden
wie der Schmerz, liegt auch das Glück.
Und auch heitere Bilder finden
ihren Weg zu Dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest Du der Stunden Schlag.
Wechsel ist das Los des Lebens
und es kommt ein anderer Tag.
(Theodor Fontane)

 

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treibe…
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr
– und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andren muss man leben!
(Mascha Kaléko)

 

Steh nicht weinend an meinem Grab.
Ich liege nicht dort in tiefem Schlaf.
Ich bin der Wind über brausender See.
Ich bin der Schimmer auf frischem Schnee.
Ich bin die Sonne in goldener Pracht.
Ich bin der Glanz der Sterne bei Nacht.
Wenn du in der Stille des Morgens erwachst,
bin ich der Vögel ziehende Schar,
die kreisend den Himmel durcheilt.

Steh nicht weinend an meinem Grab,
denn ich bin nicht dort.
Ich bin nicht tot. Ich bin nicht fort.
(Joyce Fossen)

 

Was ist sterben?
Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte
wie es am Horizont verschwindet.
Jemand an meiner Seite sagt: “Es ist verschwunden.”
Verschwunden wohin?
Verschwunden aus meinem Blickfeld – das ist alles.
Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war
als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus
meinen Augen verschwindet ist in mir,
es hat mit dem Schiff nichts zu tun.
Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben
mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere,
die es kommen sehen, und andere Stimmen,
die freudig Aufschreien: “Da kommt es!”
Das ist sterben.
(Charles Henry Brent)

 

Wie wenn das Leben wär nichts andres
als das Verbrennen eines Lichts!
Verloren geht kein einzig Teilchen,
jedoch wir selber geh’n ins Nichts!
Denn was wir Leib und Seele nennen,
so fest in eins gestaltet kaum
es läst sich auf in tausend Teilchen
und wimmelt durch den Raum.

Es waltet stets dasselbe Leben.
Natur geht ihren ew’gen Lauf;
in tausend neu erschaffnen Wesen
steh’n diese tausend Teilchen auf.
(Theodor Storm)

 

Vom Samen ohne Leid

Einer alten Legende nach ging eine Frau, deren Sohn starb,
zu einem weisen Mann und fragt ihn nach Wegen,
um ihren Sohn wieder zum Leben zu erwecken.
Der weise Mann sagte ihr:
„Bringe mir ein Samenkorn aus einem Haus,
das niemals Leid kennen gelernt hat.
Damit werden wir den Kummer aus deinem Leben vertreiben.“

Die Frau begab sich auf die Suche nach dem Zaubersamenkorn.
Sie kam an ein prächtiges Haus, klopfte an die Tür und sagte:
„Ich suche ein Haus, das niemals Leid erfahren hat.
Ist dies der richtige Ort?“
Sie sagten zu ihr: „Da bist du in den falschen Ort gekommen“,
und sie erzählten ihr all das Unglück,
das sich jüngst bei ihnen ereignet hatte.
Da sagte die Frau zu sich:
„Wer wohl kann diesen Menschen besser helfen als ich,
die ich selbst so tief im Unglück sitze?“
Sie blieb und tröstete.

Dann suchte sie weiter ein Haus ohne Leid.
Aber wo immer sie sich hinwandte,
überall begegnete ihr Leid und Kummer.
Darüber vergaß sie die weitere Suche nach dem Samenkorn,
und eines Tages wurde ihr bewusst, dass sie auf diese Weise
tatsächlich den Schmerz aus ihrem Leben verbannt hatte.
( ? )